Neues Jahr, neue Haarfarbe

Neues Jahr, neue Haarfarbe

Am 04.01.16 hat die Sprachschule begonnen. Wir sind nur zu dritt und dementsprechend sehr gefordert. Nathaly, unsere Lehrerin, unterrichtet uns sehr gut und ich fühle mich vom ersten Moment an wohl. Sich 4 Stunden pro Tag voll zu konzentrieren, braucht wieder Übung. Hahaha… nach 3 Monaten Auszeit schon eine Herausforderung. Die Woche vergeht im Eiltempo.
Eigentlich wollte ich meine geschorenen Haare sein lassen, bis ich wieder zurück komme. Konnte mich aber mit dem vielen Weiss auf meinem Kopf nicht anfreunden. Eines Tages wusste ich, dass ich die Haare färben will. Nach der Schule bin ich dann auf dem Nachhauseweg in einer Seitengasse über ein Coiffuregeschäft gestolpert. Für 80’000 Pesos ( ca. 28.00 CHF) hatte ich 2 Stunden später schwarze Haare und meine langen Fransen in einem wunderschönen Dunkelrot. Ich fühlte mich wieder viel besser und durfte auch viele Komplimente entgegennehmen. Einen Tag später habe ich mich zur Kosmetik angemeldet, da ich die Augenbrauen, infolge mangelnder Sicht, nicht mehr selber zupfen kann und sich postpupertierende Pickel überall auf meinem Gesicht ausgebreitet haben. Die Behandlung hat sich dann leider als unprofessionel herausgestellt. Die Haare und Pickel sind immer noch da! Na, dann lassen wir’s dabei. Ist nicht das Wichtigste auf Reisen….

Am 09.01.16 bin ich den Botanischen Garten in Medellin. Er befindet sich bei der Station Universidad. Er kann kostenlos besucht werden. Er beherbergt eine vielzahl von Iguanas in verschiedenen Grössen, sowie Wasserschildkröten und div. Enten und Vögel. Viele Kräuter und Bäume, einen Kaktus- und Palmenpark. Ein schöne grüne Erholungszone in mitten der Stadt. Sogar Hochzeiten kann man darin organisieren.

Am Sonntag, 10.01.16, bin ich mit einigen der Schule auf Cofee-Tour. Nach 2stündiger Fahrt sind wir an der abgelegenen Finca de la Cima angekommen. Wir sind herzlich von der ganzen Familie empfangen worden. Frisch gepresste Säfte und natürlich herrlichen Kaffe gabs zur Begrüssung. Zuerst gab es „Arepa“ (süsslicher Maisfladen) mit Käse. Der Käse sieht ähnlich aus wie der Mozzarella und hat fast keinen Geschmack. Danach erzählt uns der Besitzer wie der Kaffee hergestellt wird. Wir besuchen zuerst die Kaffeepflanzen Herstellung. Rohe Kaffeebohnen werden in Sand gelegt und aus den 1000 Bohnen werden ca. 800 Pflanzen. Danach werden sie einzeln in Kleine Plastikhüllen gepflanzt. Wenn sie gross genug sind, werden sie ein Reihen in die extrem steilen Hänge gepflanzt. Man muss wissen, dass in Kolumbien nur die Sorte Arabica anpflanzt und dieser wächst in einer Höhe von 1200 bis 2000 m.ü.M. Früher konnte man bis 1000 m.ü.M anpflanzen. Doch auch hier die globale Erderwärmung folgen. Es sind 6 verschiedene Felder nötig, um eine kontinuierliche Ernte zu erreichen. Nach der Auspflanzung benötigt die Pflanze ca. 6 Jahre, bis sie auf den Strunk zurück geschnitten wird. Danach wachsen 2-3 neue Sprossen. Wenn die Pflanze weisse kleine Blüten trägt, ist die Pflanze bereit, Kaffeekirschen wachsen zu lassen. Danach werden nur die roten Kirschen gepflückt. Die Kirschen werden durch eine Maschine gelassen, wo die Hülle von den beiden Kaffeebohnen getrennt wird. Danach werden die Bohnen gewaschen und getroknet. Bis vor 3 Monaten wurden die Bohnen im gelben Zustand dem Händler verkauft. Dieser trennt dann die letzte Schicht von den Bohnen. Dann sehen sie gründlich aus. So werden sie in die ganze Welt exportiert. Vor 3 Monaten hat die Finca einen Preis gewonnen für die beste Qualität. Als Preis haben Sie eine Maschine erhalten um diesen letzten Schritt selbst zu machen. Wir durften dann beim Kaffee rösten dabei sein. Bis vor ein paar Jahren, wusste die Familie nicht, wie ihr Kaffee überhaupt schmeckt. Sie haben den Kaffee verkauft und billigen Instant-Kaffee von Nestlé gekauft! Ich habe mich herzlich für die Unterstützung der Schweizer Firma bedankt. Lautes schallendes Gelächter…..
Nun gab es ein traditionelles Mittagessen mit Bohnensuppe, Fleisch mit Reis, Maisfladen mit Spiegelei und gebratenen Kochbananen. Mhhh es war wirklich sehr lecker. Nun zum Abschluss durften wir noch an einem Kaffeetasting teilnehmen. Interessant die verschiedenen Gerüche von Kaffee wahrzunehmen. Auch die Geschmacksveränderung nach dem Aufguss mit 90°C Wasser war erstaunlich. Es war ein sehr lehrreicher und erfüllter Tag.

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Letzter Tag des Jahres 31.12.15

Letzter Tag des Jahres 31.12.15

Wie die Zeit vergeht….. was ich vor einem Jahr noch nicht für möglich gehalten habe, ist nun Realität geworden. Manchmal habe ich das Gefühl, ich träume. Ich bin ab mir selber erstaunt, dass ich mein Ziel in so kurzer Zeit erreicht habe. Natürlich sind ganz viele liebe Menschen daran beteiligt gewesen. Ohne die Hilfe und Unterstützung meines Freundes Markus, im mentalen wie physischen Bereich, hätte ich es nicht in den sechs Monaten geschafft. Ich bin wirklich stolz auf mich. Ich bin überglücklich, dass ich den Schritt gewagt habe. Es fühlt sich einfach richtig an. Es ist für mich nicht immer leicht, alleine unterwegs zu sein. In den Hostels befinden sich vorallem Junge Leute, die bis in die Morgenstunden Party machen wollen und sich mit Substanzen bedröhnen. So gesehen, bin ich eine seltene Spezies 🙂

Wir haben beschlossen nach Guatapé zu fahren. Nur 2 Stunden Fahrzeit mit dem Bus. Von Poblado zu Fuss zur Metro gehen (20 Minuten), dann mit der Metro bis zur Station Caribe fahren. Dort befindet sich gleich dahinter der grosse Busbahnhof Norte. Am Schalter 9 oder 13 bekommt man Tickets. Kostet 14’000 Pesos eine Fahrt. Eine halbe Stunde später gings schon los. Die Fahrt war sehr abgwechslungsreich. Wir entschieden uns zuerst auf den La Piedra de Peñal zu gehen. Mit seinen 720 Treppen bis zum höchsten Punkt, ist er für meine inzwischen schlaffen Muskeln, eine Herausforderung. Doch der Ausblick ist einfach umwerfend. Ein bisschen siehts aus wie in der Schweiz….. Es ist ein grandioser Abschluss und ich bin zu tiefst dankbar für alles was mir bis hier wiederfahren ist.

Wieder unten, haben wir ein „Tuc Tuc“  für den restlichen Weg nach Guatapé genommen. Das Städchen ist sehr bunt bemalt und beherbergt unzählige wunderschöne Reliefs. Bald gings zurück, da wir uns noch für den letzten Abend parat machen wollten. Zuerst verbrachten wir ein paar Stunden im Hostel mit Musik einer lokalen Band. Dann sind wir in den Parque Illeras gegangen und haben uns etwas Alkohol besorgt und uns bist um Mitternacht unterhalten. Es war ein unspektakulärer Übergang ins 2016. Etwas später hat eine Band im Park angefangen zu spielen und wir haben dazu getanzt. Ich habe eine CD als Erinnerung an diesen Abend gekauft.

Viele Restaurants hatten schon am Nachmittag dicht gemacht, da auch der Silvesterabend ein familiärer Anlass ist. Am 02.01.2016 bin ich zum Nationalpark Arvi gefahren. Den erreicht man auch mit der Gondelbahn. Er befindet sich auf über 2000 m.ü.M. Er erklärt den Leuten aus der Stadt die Planzen und Tiere, welche dort leben. Es gibt diverse Wanderwege. Leider sind einige gefährlich (Raubüberfälle) und ohne Führer nicht begehbar. So beschränkte ich mich auf den sicheren Weg und lief 1 1/2 Stunden durch den Wald. Wie das duftet und schmeckt!! Herrlich diese frische Luft. Hier gibt es sogar Nadelbäume. Es begann zu Regnen. Zum Glück hatte ich den Schirm dabei. Danach bin ich mit dem Bus nach Medellin gefahren. Am 03.01.16 durfte ich mit Carolina, der Ärztin, und Ihren Freunden nach Santa Fé de Antioquia fahren. Davor war ich bei Carolina zu Hause zum Essen eingeladen. Es gab traditionell weisse Bohnen (Frioles), Reis, gebratene Kochbananen und gebratenen Speck (Chicharon). Dazu Mazamorra (Tasse Milch mit zerhackten Süssmais, dazu süsser Feigenwürfel, den man zerbeissen muss). Für mich eine etwas befremdliche Kombination. Auf jedenfall interessant!

Santa Fé de Antioquia liegt hinter den Bergen von Medellin (80km) und ist mit einem langen Tunnel verbunden. Es ist bekannt für heisse Temperaturen das ganze Jahr. Es befinden sich dort zahlreiche Hotels und Wasserfunparks, welche Tageweise besucht werden können. Die Preise für die Übernachtung ist verhältnismässig hoch. Viele Kolumbianer verbringen hier ihre Festtage. Santa Fé de Antioquia war früher die Hauptstadt bis Medellin dazu erkoren wurde. Viele der alten Kolonialhäuser sind gut erhalten und säumen die Gassen rund um den Plaza Mayor. Etwa 8 Kilometer vom Städtchen entfernt befindet sich eine uralte Brücke. Sie ist 291 m lang und hängt seit 1895 über dem Rio Cauca.

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Von der Natur in die grosse Stadt Medellin

Von der Natur in die grosse Stadt Medellin

Mit den örtlichen Bussen, sogenannten Kolektivos, fährt man sehr günstig, jedoch meist beengt und man benötigt etwas mehr Zeit. Überhaupt braucht man etwas mehr Geduld in Kolumbien. So benötigte ich 2 Stunden vom Hotel bis zum Flughafen von Santa Marta. Mit diesen Bussen zu fahren, empfinde ich immer als grosses Abenteuer. Das erste Mal, dass ich jemanden im Bus gesehen habe kleine Süssigkeiten verteilen, dachte ich mir, oh das ist aber nett und wollte es schon einstecken, bis ich gemerkt habe, dass er dafür etwas haben möchte 🙂 Ich kramte es wieder hervor und gab es zurück. Diese sind im allgemeinen nicht aufdringlich. Auch begegnet man immer wieder netten Menschen und Reisenden. So habe ich auf dieser Fahrt einen Jungen kennen gelernt, der alleine mit seinem Vater lebt und sich mit seiner Hilfsbereitschaft etwas Geld verdienen will oder muss. Er hat mein Gepäck bis zum Check-In Schalter getragen und da ist mir aufgefallen, dass er gar keine Schuhe trägt. Leider wie noch viele andere Kinder. Spontan habe ich ihm meine Treckking-Sandalen angeboten. Er hatte eine riesen Freude und ich ein lichtvolles Herz.

Der Flug dauert knapp eine Stunde und war von der Landschaft her sehr beeindruckend. Gegen Medellin ähnelt die hügelige grüne Landschaft der Schweiz. Auch hier habe ich den Kolektivo nach San Diego (ein Einkaufszentrum) genommen und dann ein Taxi bis zum The garden of blues Hostel im Stadtteil Poblado. Der Bus kostete 9’000 Pesos und das Taxi 7’000. So bin ich sehr günstig gereist. Ich hatte von der Sprachschule ein Angebot von 85’000 Pesos für den Transfer….. Am 29.12.15 sind meine Zimmernachbarinnen und ich mit der Metro bis Station San Javier gefahren und dort in die Gondel umgestiegen. Sie führt über viele Stadtteile, sogenannten Barrios, hinweg. Die Stadtkullisse mit den umliegenden Bergen ist sehr beeindruckend. Die Gondelbahn ist sehr modern und auch hier überall Polizisten zur Sicherheit von Touristen und Einheimischen. Wir sind dann spontan in einen Bus eingestiegen nach San Cristobal, ohne zu wissen, wo er genau hinfährt. Inmitten von San Cristobal sind wir ausgestiegen, da wir ein Schild erspäht haben mit der Aufschrift „Biblioteca Boteró“. Wir haben an einer Apotheke Halt gemacht, da Zahra etwas gegen Ihre Stauballergie haben musste. Die freundliche Dame verstand jedoch nicht genau, was Zahra wollte. Sie rief kurzerhand ihre Tochte an, welche sehr gut Englisch spricht. Sofort waren wir im Gespräch und Carolina ist eine sehr sympathische junge Ärztin. Sie hat uns erklärt, dass es in dieser Bibliothek eigentlich nichts zu sehen gibt, ausser einer Statue vor dem Gebäude. Sie hat uns begleitet und bis zum Bus gebracht, welcher direkt wieder ins Zentrum und in die Nähe des grossen Placa de Boteró fährt.

Auf diesem Platz ist eine vielzahl der überaus fetten Skulpturen zu sehen. In der Mitte der Plaza befindet sich das Museum Antioquia mit einem netten Kaffee, wo man sich ausruhen und dem Treiben auf dem Platz zu schauen kann. Hier tummeln sich viele Strassenhändler, welche unzählige Produkte feil bieten. In der Nähe befindet sich die Metrostation Parque Barrio. Ringsum hat es viele Kleider- und Schuhläden im Kolumbianischen Stil. Viele sind jedoch auch sehr schön und modern. Hier lohnt es sich, immer eine Hand auf der Handtasche zu halten.

Am 30.12.15 bin ich mit den beiden Mädels von der Guajira-Tour unterwegs gewesen. Sie haben mich eingeladen, mir die Stadt zu zeigen. Wir sind zuerst mit dem Auto auf einen Aussichtspunkt gefahren, wo man einen herrlichen Blick über die nierenförmige Stadt hat. Anschliessend haben sie mir den alten Bahnhof der Eisenbahn gezeigt mit einer origanlen Dampf-Lock und Anhänger. In der näheren Umgebung befindet sich das Regierungsgebäude und das Museum der Strassen (eine Sammlung von alten Photographien, welche Medellin zeigen). Daneben befindet sich der Barfusspark und das Museum des Wassers. Da der grosse Fluss renaturiert wird, befindet sich die grosse Weihnachtsinstallation rund um den Barfusspark.

 

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Weihnachtstage in Minca

Weihnachtstage in Minca

Zurück aus der Wüste lag ich zuerst 2 Tage im Bett in Santa Marta. Die neue, diesjährige übertragene Mückenkrankheit SICA hat mich erwischt. Trotz Kohlentabletten musste ich jede Stunde auf die Toilette. Anstrengend… letztes Jahr war es das Chikungunya-Fieber, das wie das SICA, Fieber, Gelenkschmerzen und Durchfall auslöst. Man kann nur Schmerzmittel nehmen und viel Wasser trinken und sich schonen.

Ich fuhr mit dem Taxi bis zur Bushaltestelle nach Minca. Die sogenannten Kollectivos sind sehr günstig. Hier mussten wir warten bis 7 Personen nach Minca wollten. Für ca. 45 Minuten Fahrt bezahlte ich 7’000 Pesos = CHF 2.20. Glücklicherweise hielt er genau vor der Hoteleinfahrt. So musste ich mein Gepäck nicht allzu lange schleppen, was mir bei meinem schwachen Zustand sehr entgegen kam. Das Hotel Minca liegt sehr ruhig am Anfang des Dorfes. Auf der Terrasse tummeln sich ca. 30 Kolibris verschiedener Arten. Ich habe ein einfaches Einzelzimmer mit eigenem Bad für CHF 22.00 pro Nacht, inkl. Frühstück. Auch ein Schwimmbad gehört dazu. Ich freue mich auf 6 Tage Erholung und etwas Ruhe.

Lina, die Besitzerin des Hotels, hat mich für den Heilig Abend eingeladen, mit der Familie zu feieren, da ich doch alleine sei. Das hat mich doch sehr berührt und ich zugesagt. Ich musste nur das Essen bezahlen. Ich konnte es nicht lassen und habe ein kleines Überrachungsgeschenk für sie vorbereitet. Viel konnte man in Minca nicht kaufen, auch hat es keinen Bancomat oder Tankstelle. Wir traffen uns um 19.00 Uhr und sassen gemütlich bei einem Glas Wein zusammen. Es war nicht feierlich mit einem Christbaum und Geschenken oder Weihnachtslieder singen oder hören. Hier höhrt man kolumbianische Musik von der Karibikküste in voller Lautstärke. Werde mich wohl nie an die Lautstärke gewöhnen. Der Vater von Lina sass neben mir und konnte bei der taktvollen Musik kaum still sitzen. Er konnte es kaum erwarten nach dem Essen zu tanzen. Die Eltern des Ehemannes von Lina sahen so jung aus, das ich sie fragte ob sie die Schwester von Lina sei! Ich konnte es kaum glauben. Die Mutter von Lina wirbelte in der Küche herum und es gab innert kürzester Zeit Abendessen. Ich staunte nicht schlecht, als ich 2 fein duftende Pastetli mit Poulet/Pilzfüllung, Kartoffeln und verschiedene Früchte vor mir hatte. Ich erzälte Ihnen, dass das bei uns in der Schweiz oft als Weihnachtsmenü gab. Sie war erstaunt, dass ich das Gericht kenne. Sie hatte es offensichtlich aus Frankreich mit nach Hause genommen. Sie hat für Holcim lange als HR-Chefin gearbeitet und war auch einige Male in der Schweiz. So konnte ich mich mit ihr auch in Englisch unterhalten. Das Essen war köstlich und ich fühlte mich mit meiner Heimat sehr verbunden. Danach war tanzen angesagt und der Vater von Lina freute sich riesig darauf mit mir zu tanzen. Er hat den Schalk in den Augen eines kleinen Jungen. Um Mitternacht sind wir dann zu Bett gegangen. Doch an Schlafen war nicht zu denken. Ein Nachbarhaus liess seine Musik bis morgens um 08.00 Uhr in voller Lautstärke laufen. Etwas zerknittert bin ich aufgestanden. Heute werde ich zum Wasserfall  Pozo Azul wandern.

Auf dem Weg zum Wasserfall, bin ich zwei Berliner begegnet, die Ausgewandert sind und diesen Flecken Erde gekauft haben. Sogar eine Solaranlage haben Sie installieren lassen, welche Sie bei Stromausfall mit Batterien eine Woche lang versorgt. Sie betreiben einen kleinen Imbissstand mit toller Aussicht auf Santa Marta. Ich genoss einen Bananenshake mit Wasser. Man kann bei den frischen Säften immer wählen ob mit Wasser oder Milch. Es empfiehlt sich zu fragen, ob das Wasser aus der Flasche ist. Da die Qualität des Trinkwassers selten gut ist.

Weiter der Strasse entlang bis zum Abzweiger Pozo Azul. inmitten von Wald befindet sich eine wunderschöne Gemüseplantage mit Salaten und Gemüse. Ein wirklich seltener Anblick. Wie vermutet, tummeln sich zahlreiche Menschen am Weihnachtstag beim grossen Becken des „Wasserfalls“ (er ist sehr klein ;-). Ich entschied mich etwas weiter nach oben zu wandern um die Stille und das Rauschen des Baches zu geniessen. Ich fand ein wunderbares Plätzchen und genoss die Natur und den Moment. Zahlreiche Schmetterlinge erfreuten mich mit Ihrem Anblick.

Am 27.12.15 habe ich meine Angst überwunden und bin mit einem Motorradtaxi zum Los Piños Hostel gefahren auf 1760 müM. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada und auf der anderen Seite auf Santa Marta und das Meer. Ich genoss die absolute Stille und meditierte. Ich wurde mir bewusst, wieviel Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit ich erfahren durfte, seit ich auf der Reise bin. Ich bin erfüllt von so vielen berührenden Begegnungen mit Menschen, Tier und Natur. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich bis jetzt erleben durfte.

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