Im Land der Sombreros! Mexiko

Im Land der Sombreros! Mexiko

Es war schon bald Mitternacht als ich in Tulum angekommen bin. Die Lage des Hostels habe ich mir gut eingeprägt, doch welche Richtung ist die Richtige? Natürlich bin ich zuerst 15 Minuten in die falsche Richtung gelaufen. Eine halbe Stunde später habe ich mit etwas Glück mein Bett doch noch gefunden. Das Hostel Weary Traveler ist sehr ruhig gelegen und die Küche ist umwerfend eingerichtet und super gut organisiert. Das Frühstück ist inklusive und jeder macht es selber. Ein riesen grosser und langer Tisch im Hinterhof laden zum Verweilen ein und plaudern mit diversen Weltenbummlern. Ich hatte Glück und war Nächte alleine in einem 6er Dorm. Am nächsten Tag lieh ich mir ein Fahrrad und strampelte zum Maya-Tempel von Tulum. Ich war beinahe schockiert, wieviele Busse und Autos ich dort auf dem Parkplatz zu Gesicht bekam. Na ja, ich lasse mir Zeit und warte ein bisschen, bis die meisten Tagestouristen mit den Bussen wieder abreisen. Ich schlenderte die 1,6 Kilometer bis zum Eingang des Parkes. Es war eine Affenhitze, der Schweiss rann mir überall aus meinem Körper……  Die Anlage war sehr gross und wirklich direkt am Meer gelegen.  Vom Tempel hat man eine wundervolle Aussicht auf das Meer mit den verschiedenen Farbtönene von Blau bis Türkis. Im ganzen Park tummelten sich Iguanas in jeder Grösse. Leider werden die Tiere immer noch in ganz Centralamerika gejagt und verspeist (Bamboochicken). Die Tiere sind vom Aussterben bedroht. Einige Länder haben dies zum Glück erkannt und wollen das Jagen verbieten. Ich kann nur hoffen, das die Gesetze in Kraft treten, bevor die Tiere von der Erde verschwinden. Jedenfalls finde ich die Iguanas faszinierend wie sie den Kopf ganz schnell auf und abschwenken und ziemlich schnell auf Bäume klettern. Ich fand ein schönes Schattenplätzchen und las eine Stunde lang in Begleitung eines grossen Iguanas, mit Blick auf das Meer. Und wieder überkam mich ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit. Life is beautiful!

Nach meiner Rückkehr lies ich mir wieder mal schöne Hand- und Fussnägel machen. Hier gibt es nur Gellack der etwas länger hält. Doch die Farbauswahl ist nicht riesengross. Ich habe mich für ein Rotorange entschieden und obendrauf noch etwas Glitzer! Die Behandlung war sehr angenehm und professionell. Für den nächsten Tag habe ich mich zur schwedischen Massage angemeldet. Das Gepäck schleppen hinterlässt seine Spuren……

Am nächsten Morgen startete ich zu einem Schnorchelabenteuer der besonderen Art auf. Mexiko ist bekannt für seine vielen Grotten und Höhlensystemen (sogenannte Cuevas oder Cenotes). Mein Guide und ich fuhren zu der Grotte „Dos ojos“. Ich bekam einen Shorty-Trockentauchanzug, da das Wasser nur etwa 18 Grad hatte. Das Wasser ist stahlklar. Es gibt viele kleine Fische, welche das Wasser sauber halten. Die Stalaktiten und Stalagmiten waren wunderschön und in jeglicher Grösse und Form zu sehen. Nach einer halben Stunde schnorcheln, wurde mir tatsächlich kalt ;-). Es war eine aussergewöhnliche Erfahrung im Dunkeln. Ich bekam eine Taschenlampe um die Formationen und Tiefen besser zu sehen. Die Taucher folgen in der dunklen Tiefe einer gezogenen Schnur, damit sich niemand in dem weit verzweigten System verirrt. Nach 3 Stunden war ich wieder im Hotel zurück und entspannte mich beim Lesen bis zur Massage. Plötzlich donnerte es und ein Gewitter brach über Tulum herein. Unmengen Regentropfen stürtzen vom Himmel. Innert weniger Minuten war die Strasse und unsere Küche überflutet. Die Abkühlung war erfrischend und die Luft gereinigt. Herrlich. Zum Glück war das Gewitter vorbei, als ich mich zur ersehnten Massage aufbrach. Ich muss euch wohl nicht erzählen wie super ich mich danach fühlte?!

Wieder bereit für die nächste Etappe, lief ich mit voller Neugierde auf den Busbahnhof. Dort bestieg ich den Bus nach Cancun. Das Hostel Mezcal liegt unweit vom Busterminal Cancun. Ich hatte ein Bett im 6er Frauenschlafsaal gebucht. Das Zimmer war riesig und auf 2 Ebenen mit einem wunderschönen Bad. Ich war sehr positiv überrascht. Auch die Mitarbeiter waren äussert freundlich, hilfsbereit und kompetent. Am grossen Tisch kommt man schnell ins Gespräch und so habe ich ganz viele sympathische Reisende kennen gelernt. Und zu meiner Überraschung war ich mal nicht die Älteste! Da war zum Beispiel eine 65 jährige Japanerin, welche durch die Welt gondelt oder eine frisch pensionierte Amerikanerin, welche ihr Leben für das Marketing geben hat und nun allem den Rücken gekehrt hat und auf unbestimmte Zeit auf Reisen ist. Es ist einfach spannend, anderen ihrer Geschichte zu lauschen. Auch ich erfahre immer wieder grossen Zuspruch für meinen Mut und für meine Reise alleine. Sogar Bewunderung wiederfährt mir oft, dass ich meinem Traum gefolgt bin.

Einen Tag verbrachte ich auf der wunderschönen Insel „Isla mujeres“. Türkisblaues Wasser, helle wunderschöne Sandstrände mit Palmen und Jachten soweit das Auge reicht. Eine sogar mit einem Helikopter drauf…… Ich habe die Sonne, Ruhe, das Baden und Lesen genossen. Abends beim Sonnenuntergang  sass ich auf einer Terrasse und verspeiste einen herrlichen Teller. Mit der Fähre gings zurück zum Festland. Am nächsten Tag habe ich eine Tour zum Maya-Tempel Chichen Itza gebucht. Neben mir sass eine sehr attraktive, schwarze Schauspielerin. Wir hatten sehr viel Spass zusammen. Den Namen habe ich leider schon wieder vergessen… Unser Reiseleiter hat uns etwas in die Maya Kultur eingeführt. Als Nachfahre erklärte er uns die überlieferten Rituale und Sprachen. Wir hatten Gelegenheit an einem Segnungs- und Heilritual mit einem Schamanen teilzunehmen. Ob echt oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Glauben versetzt bekanntlich Berge! Nach einer Shoppingtour mit handgefertigten Obsidansteinskulpturen und Schmuckstücken sowie Souveniere aller Art, gab es Mittagessen vom Buffet. Danach ging es zur grossen Tempelanlage Chichen Itza. Es war sehr beeindruckend. Der Ballcourt  war gegenüber denen von Belize, riesig. Und wie es in jedem Reiseführer beschrieben ist, ist die Akkustik umwerfend. Es sind auch einige interessante Zeichnungen und Tierskulpturen zu sehen. Der Abschluss des langen Tages bildete das Schwimmen in einer Cenote. Herrlich frisches und kühles Wasser. Gerade richtig nach einem sehr heissen Tag! Späte abends war ich wieder zurück im Hostel und habe für nicht mal einen Franken, einen leckeren Tequila Sunrise getrunken. Mhhhh….. Ich bin sehr schnell eingeschlafen 😉

 

DSCN2743 DSCN2697 DSCN2673 DSCN2689 DSCN2687 DSCN2663 DSCN2657 DSCN2656 DSCN2644 DSCN2680 DSCN2643 DSCN2678 DSCN2677 DSCN2671 DSCN2635 DSCN2628 DSCN2633 DSCN2621 DSCN2620 DSCN2614